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Warum tut Ablehnung so weh?

Lies das, wenn du bei PartnerInnen aber auch bei anderen Menschen immer wieder auf zutiefst schmerzhafte Ablehnung stösst. Wenn du eifersüchtig bist. Oder dein Partner dich nicht genug zu lieben scheint. Und du das alles ändern möchtest.

Ich kann dir nur anhand eigener Erfahrung erzählen. Schau hinter die persönlichen Merkmale meiner Geschichte, dort findest du das Allgemeingültige, das zu erkennen auch dir helfen kann, denn wir teilen fast alle dasselbe Schicksal.

 

Ich leide wiedereinmal am für mich fast unerträglich schmerzhaften Gefühl des Abgelehntseins. Ich habe es langsam satt und so frage ich nach oben, warum ich noch nie wirklich Platz gehabt habe im Leben eines Mannes, den ich lieben wollte.

Augenblicklich folgt die Rückfrage, die mir schonungslos den Spiegel vorhält:

"Hast DU denn Platz für einen Mann in deinem Leben?"

Ich bin selbst überrascht, aber ich muss ehrlich sein und sage Nein.

Ich frage warum das so ist.

 

"Hast DU denn Platz

für einen Mann in deinem Leben?"

 

Sie zeigen mir ein Bild um das zu erklären: Ich, mein Leben, ist eine runde Scheibe. Daneben er, sein Leben, auch eine runde Scheibe. Wie so eine schematiserte Torte. Sie zeigen mir, was passiert, wenn ich auf die bisherige Art und Weise versuche, einen Menschen in mein Leben zu lassen: Ich schneide dafür einen Teil, so ca. einen Drittel von meiner Scheibe ab. Dort, in diesem nun freien Drittel hat er aber natürlich nicht als ganze Scheibe Platz.

 

Ich erkenne: Ich zeige also einerseits selbst nicht mein ganzes Wesen, und wenn ein Mann in mein Leben hineinpassen will (in dieses freie Drittel), dann muss er sich ebenso auf einen Teil seines Ganzen begrenzen.

 

"Ja genau. Und so geht es nicht. Man kann niemanden in sein Leben, in diesen Kreis, auf diese Weise hineinlassen. Er muss ganz bleiben. Beide müssen ganz bleiben"

 

"Willst du jemanden in dein Leben lassen,

dann geht das nur,

wenn beide dabei ganz bleiben können."

 

 Sie zeigen mir das Bild von den zwei Kreisen, wie sie sich, wenn sie sich überschneiden, nicht verdrängen, sondern ganz bleibend ineinanderfügen und eine Schnittmenge bilden.

 

"Du musst keinen Teil von dir abgeben, abtrennen oder weggeben, um dein Leben mit jemandem zu teilen. Gemeint ist ja MIT-teilen, nicht aufteilen. Ganz bleiben, Anteil geben und Anteil nehmen zugleich. Die zwei Kreise verdrängen einander nicht, sie vereinigen, durchdringen sich."

 

Ich verstehe und frage, warum ich das denn so tue, wie am Anfang gezeigt.

 

"Du hast dieses Verhaltensmuster gelernt, weil du früh die Erfahrung gemacht hast, dass du abgelehnt wirst und auf Unliebe stösst, wenn du dein ganzes Wesen zeigst. Daraus wiederum hattest du damals den Schluss gezogen, dass du, so wie du bist, nicht liebenswert seist und dass du deswegen gewisse Anteile von dir unter Verschluss halten müssest. Es sind diese Teile von dir, die du damals schon abgeschnitten hast, die du auch heute noch automatisch wegnimmst.

 

"Du hattest damals den Schluss

gezogen, dass du, so wie du bist,

nicht liebenswert seist."

Irgendwann im Laufe einer Beziehung passieren Dinge, die dich  unbewussts an die damaligen, ursächlichen Verhältnisse erinnern. Dadurch wird dein altes Muster wieder aktiviert. Wenn dein Partner zum Beispiel Zeit mit anderen Menschen verbringt, kann es sein, dass du eifersüchtig reagierst, weil du den Trugschluss ziehst, er tue das, weil er dich ablehne. Du kannst einfach keine andere Erklärung erkennen, solange dieses Muster aktiv ist. Denn natürlich ist dies gar nicht der Fall. Der Grund für seine anderen Bekanntschaften ist nicht, dass er dich ablehnt. Ab da jedoch ist dein alter Überlebensmechanismus automatisch wieder aktiviert, den du damals als Kind tatsächlich gebraucht hast.

Du brauchtest die Liebe deiner Bezugspersonen unbedingt um zu Überleben.

Nun kannst du aber erkennen, dass du dieses schutzlos ausgelieferte Kind nicht mehr bist. Dass du nun selbst für dich sorgen kannst. Und tu es auch.

 

"Selbstablehnung ist Fremdablehnung

und umgekehrt.

Kurz: Ablehnung ist Ablehnung ;)"


Wenn du einen Teil von dir ablehnst, weil du denkst, du müssest dies, damit der andere sich wohlfühlen und dich lieben könne, erwartest du automatisch auch vom anderen, dass er das selbe tut. Du hälst dadurch automatisch an Ablehnung fest. À la: "Wenn ich das, was mich ausmacht, aufgeben muss, dann musst du das auch." Jedoch hast du es jetzt ja mit einem anderen Spielpartner zu tun. Er hat nichts mit damals zu tun. Er fühlt sich nicht unwohl, wenn du deine Ganzheit zeigst. Im Gegenteil, er möchte dein ganzes Wesen sehen und über deine Einzigartigkeit staunen."

 

Warum passiert dann Fremdgehen?

 

"Um diese Erkenntnis zu ermöglichen."

 

Ich bin baff. Frage nach, ja und warum noch? Aber da kommt nicht mehr, kein anderer, zweiter Grund. 

 

 

Ok und wie kann ich aufhören einen Teil von ihm abzulehnen?

 

"Indem du dich selbst ganz annimmst und d.h. auch nicht mehr vor anderen deine Ganzheit versteckst. Es kann dir nichts passieren. Im Gegenteil. Die Leute reagieren nur irritiert und ablehnend auf dich, wenn du selbst nicht ganz zu dir stehst. Wenn du Teile von dir abgeschnitten hast. Weil sie dann auf energetischer Ebene dazu gezwungen werden, vor dir auch gewisse Dinge von sich zu verleugnen. Nämlich genau die Anteile, die du in dir selbst ablehnst. Selbstablehnung ist Fremdablehnung und umgekehrt. Kurz: Ablehnung ist Ablehnung ;)

Du kommst mit Menschen nur deshalb immer in Konflikt, weil du einen Teil von dir ablehnst. Und weil dieser Teil, ja weil jeder Teil von dir für dich so essentiell ist, fehlt er dir, sobald du ihn abgelehnt hast und du willst nun, dass der andere diese Lücke füllt. Er kann es leider nicht. Er kann nichts von seiner Ganzheit abschneiden um sich dort einzupassen. Er fühlt diese Erwartung bewusst oder unbewusst und dass sie ihn hindert sich in seiner Ganzheit zu zeigen.

Er MUSS fliehen um sich selbst bleiben zu können. Er fühlt sich auch abgelehnt, weil er dir SEINE Geschenke geben möchte und nicht nur die, die auf deiner Wunschliste stehen.

"Wenn du beginnst

deine Freiheit zu beschneiden,

dann beschneidest du damit auch

die Freiheit deines Nächsten"

 

Er möchte so frei sein und sich so frei ausdrücken können wie du auch. Jedoch, wenn du bei dir beginnst die Freiheit, welche deine Ganzheit ist, zu beschneiden, dann beschneidest du damit auch die Freiheit deines Nächsten. Indem du dir selbst nicht bedingungslose Liebe gibst, enthälst du sie auch dem anderen vor.

Es ist ein Teufelskreis, der nur in Destruktion enden kann. Und er fängt bei dir selbst an. Seine Richtung ist die Subtraktion. "Dies darf nicht und jenes muss anders..." Am Ende bleibt ein Scherbenhaufen.

 

Bringe dich in deine Kraft und in deine Ganzheit. Denn genau das ist es, was von dir in die Welt muss. Genau das braucht es. Genau dich. Und zwar GANZ. Und dann sieh, wie mit allen anderen, die auch ein Ganzes sind, in Vereinigung miteinander ein neues, grösseres Bild entsteht. Die einzelnen Puzzleteile sind schon ganz. Und so passen sie perfekt an ihrem Platz ineinander ohne etwas an sich ändern zu müssen. Was nimmst du dir heraus dich zu beschneiden, um dich passender zu machen? Damit verunmöglichst du das ganze, grössere Kunstwerk. Sei ganz und dann findest du automatisch ein anderes Ganzes, das passt.

 

"Indem du dich

in deiner Ganzheit beschneidest,

verunmöglichst du das ganze Kunstwerk."

 

Und sieh, dieses Puzzle ist mehrdimensional. Du hast unzählige Ebenen, auf denen du mit anderen ein grösseres Ganzes schaffst. Es ist unendlich auf alle Seiten und in alle Zeiten. Es ist nicht so, dass dein Puzzleteil, deine Ganzheit quasi für immer dort versorgt ist, wo sie einmal hingepasst hat und unbeweglich nur dort ist oder dort bleiben muss. Wie gesagt, es ist vieldimensional. Es ist ein lebendiger Tanz. Es ist immer neu. Täglich, nein, in jedem Moment bleibe bei dir, bleibe ganz und schau wie und wo es mit den anderen passt. Tanzen eben.

 

"Die Musik trägt dich doch!

Und die Musik ist das Leben"

 

Wenn du einen Teil von dir abspaltest, bist du nie frei. Du scannst ständig die Umgebung, was wer wohl von dir gerade lieben würde. Der reinste Stress. Das ist wie, wenn du beim Tanzen die ganze Zeit im Kopf die Schritte vorausdenken musst, noch nicht losgelassen hast und dich dem Fluss hingegeben. Aber die Musik trägt dich doch! Und die Musik ist das Leben. Und die einzelnen Schritte ergeben sich aus dem Miteinander mit dem jeweiligen Gegenüber."

 

 

 

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