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❀ leben, lieben, recht haben ❀

Liebe Blütenleser

 

Ich hoffe ihr verbringt gute Ostertage. Ostern wird seiner Bedeutung dieses Jahr, wie überhaupt im 2018, besonders gerecht, finde ich.

So fasst diese Bedeutung mein Lehrer Omraam Mikhaël Aïvanhov in Worte:

 

"Die Auferstehung ist ein geistiger Vorgang der Reinigung und der Erleuchtung, welcher, wenn man ihn bis zu einer bestimmten Intensität bringt, schliesslich Auswirkungen bis in das kleinste Atom des physischen Körpers verursacht. Auferstehen heisst, in allen Regionen unseres Wesens für das göttliche Leben Wege zu öffnen, denn die Eigenschaft des Lebens ist, nirgends zu verharren, sondern zu fließen und überall einzudringen, um alles zu erneuern."

 

Wir sind mittendrin in diesem Prozess. Kollektiv, global und individuell.

 

Die Themen dazu:

 

1. Dr Hans im Schnäggeloch.

2. Das Neue.

3. Ich habe recht! - Nein ich!

4. Sprachwahrheit.

 

 

1. Dr Hans im Schnäggeloch.

Wenn du das willst, was du hast. Und bereit bist, das zu sein, was du bist. So zu sein, wie du gerade bist, egal, was oder wie das sein mag, ohne es zu beurteilen, dann beginnt das Leben dir in die Hände zu spielen. Denn dann fliesst du mit ihm in die selbe Richtung. Und oh! Diesen Rückenwind spürst du! Solange wir uns aber sträuben uns selbst zu sein, leiden wir, stossen wir auf Widerstand und je länger wir es tun, desto heftiger und schmerzhafter wird er und desto mehr verlieren wir unsere Energie und Lebensfreude dabei.

Das ist vielleicht der tiefere Sinn des Kinderlieds, das ich immer so liebte, jedoch nie recht verstand:

 

„Dr Hans im Schnäggeloch het alles, was er will. Was er will, das het er nid und was er het, das will er nid. Dr Hans im Schnäggeloch het alles, was er will.“

 

Ja hat er, muss dafür aber allein im Schneckenloch leben. Anders würde so leben wie er lebt gar nicht funktionieren. So zu leben, zurückgezogen von allem, ist die logische Konsequenz davon, abzulehnen, was da ist; etwas anderes zu wollen als das, was und wie es gerade da ist.

 

 

2. Das Neue.

Wenn Kindern etwas begegnet, das neu für sie ist, sind sie unglaublich fasziniert und ängstlich zugleich. Sie gehen näher ran. Oh, zu nah, hmm dann vielleicht doch lieber wieder zurück. Dann schauen sie eine Weile nur. Aber es ist so spannend! Also doch nochmal näher hin. Und so weiter. Und so lernen sie das Neue in ihrem eigenen Tempo kennen. Aber gewiss ist: Sie LERNEN ES KENNEN!

 

Wenn „wir Erwachsenen“ einer Sache oder Situation begegnen, die neu für uns ist, haben wir an uns selbst den Anspruch, direkt im Vornherein zu wissen, was wir davon halten, was wir damit wollen oder ob wir es überhaupt wollen und verunmöglichen uns damit diesen natürlichen Annäherungs- und Kennenlernprozess. Jedoch übersehen wir dabei, dass man bei etwas Neuem ja per definitionem unmöglich schon vorher wissen kann, WIE es sein wird. Und genau darüber flippen wir aus. Wir halten Ungewissheit, Undefiniertheit nicht aus. Dabei ist das nur ein anderes Wort für Freiheit.

 

Und so gehen wir dann oft einfach weiter, ohne das Neue erforscht zu haben, einfach weil wir es als unsicher taxieren (was es ja aber sein MUSS, weil es etwas Neues ist *facepalm*).

 

Mit dieser Vorgehensweise machen wir uns tot. Leben ist ausprobieren. Leben ist überrascht werden.

 

Anders:

Nimm die Geschenke des Lebens an. Indem du anerkennst, dass alles jeden Moment neu ist. Anders. Unplanbar mit all den unendlich vielen Variablen, die mit hineinspielen. Mit dieser offenen Haltung kann dich das Leben überhaupt erst überraschen. Und es will dich mit Wundern und „Zufällen“, mit Magie überraschen. Dir aus der Patsche helfen, vielleicht in allerletzter Minute, auf die kreativste, liebevollste, „mindblowendste“ Art und Weise. Dir deine Herzenswünsche erfüllen. Für dich sorgen. Das ist es, was das Leben will: Dass du deine Reise geniessen kannst ohne dich um Details (wie Planung und so) kümmern zu müssen. Wenn du dich aber verschliesst, indem du denkst, du wissest (aus Erfahrung) ja bereits im Voraus, wie der nächste Moment, Monat, Lebensabschnitt sein wird, kann nur innerhalb dieser engen, von dir gesteckten Grenzen Leben fliessen; du gibst dem Leben dann quasi einen kleinen Blumentopf, um darin zu wachsen und sich auszubreiten, anstatt das ganze Universum. Mit dem Resultat, dass es tatsächlich so wird, wie du es erwartet hast: Klein und normal, irgendwie kränklich und genau so (langweilig) wie es schon immer war.

 

Lässt du das Leben grenzenlos fliessen, wird es dich grenzenlos überraschen.

 

 
3. Ich habe recht! Nein ich!

Wir tappen immer noch oft in die Falle zu denken, wir wären endlich wieder so richtig glücklich, wenn nur der andere endlich so tun oder so sein würde, wie wir es wollen. Dabei sollten wir, da unglücklich, erst selbst wieder so tun und sein wie wir im Grunde sind. Echt werden. Uns selbst mal genau anschauen und so annehmen wie wir sind. Mit allen sogenannten Makeln, Ecken, Kanten und Schwächen.

 

Dann verschwindet auch der Drang, den anderen verändern zu wollen.

 

Es geht nicht darum, dass man sich für eine der beiden Seiten entscheidet, einem der beiden recht gibt. Denn es haben beide recht. Und dementsprechend hat es Platz für beide Seiten. Für die Wahrheit beider.

 

Das wahre auf den anderen Zugehen besteht nicht darin, ihm recht und damit sich selbst unrecht zu geben (oder umgekehrt) oder einen Kompromiss zu schliessen, bei dem jeder einen Teil seiner Wahrheit leugnen muss. Das wahre auf den anderen Zugehen bedeutet, sich selbst zu öffnen für die ganze eigene Wahrheit sowie für diejenige des anderen und dann zu erkennen, dass die beiden Wahrheiten vereint mehr ergeben als beide einzeln für sich allein. Dass sie vereint sogar genau das ergeben, wonach wir uns so sehnen: Erfüllt sein, glücklich sein.

 

Es hat Platz für die Wahrheit aller. Und nicht nur das; es braucht sogar jede einzelne dieser Wahrheiten.

 

 

4. Sprachwahrheit.

Bei „angepasst sein“ muss man nur

ein „a“ durch ein „i“ ersetzen,

um eine Idee davon zu bekommen,

wie sich diese Art zu leben

auf unser Befinden auswirkt.

 

 

Ich wünsche dir eine ehrliche, liebevolle Woche mit dir selbst und all deinen Mitmenschen.

 

Alles Liebe.

Suva