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❀ nichts zu sagen, ausser danke ❀

Liebe blütenlesende Freunde

 

Manchmal gibt es viel zu sagen, manchmal wenig. Ganz im Grunde genommen gibt es nie etwas zu sagen, aber das lässt sich per e-Mail so schlecht übermitteln ;)

 

Darum doch ein paar Zeilen.

 

Das war eine kompakte Woche, einmal mehr. Bei dir auch?

Wenn du etwas teilen möchtest, von deiner Woche oder auch zu dieser Blütenlese, freue ich mich über deinen Bericht. Vielleicht möchtest du auch den anderen Blütenlesenden etwas mitteilen. So oder so, es würde mich sehr freuen, mich vermehrt mit euch auszutauschen, falls ihr auch Lust habt.

 

Ein gerade sehr aktuelles Thema ist Bedürftigkeit.

 

Oft schreibe ich davon, wie wichtig es ist, dass wir Schwäche zeigen anstatt sie zu verstecken oder zu überspielen. Dieses Wochenende hatte ich quasi einen Praxistest darüber. Und da kam noch ein Schwierigkeitsgrad dazu. Schwach sein, ok. Aber bedürftig? Obwohl ich Schwäche immer besser annehmen und da sein lassen kann, auch vor anderen, habe ich dieses Wochenende gemerkt, dass das mit Bedürftigkeit noch längst nicht der Fall war. Ich durfte schwach sein; aber etwas von jemandem brauchen? Nee!

 

Ich hatte Bedürftigkeit negiert, hatte verinnerlicht, dass Bedürftigkeit nicht sein darf oder jedenfalls nicht für einen bewussten, spirituellen, selbstverantwortlichen Menschen. Jedenfalls sicher nicht für mich. Jedenfalls nicht Bedürftigkeit im Hinblick auf andere Menschen, d.h ich verbot mir stets „etwas von jemandem zu brauchen“.

 

Kennst du das auch?

 

Vom Leben liess ich mich immer von Herzen gern beschenken, aber von anderen Menschen?

 

Haha, als ob da ein Unterschied bestünde! ☺

 

Durch den Unfall, der mir dieses Wochenende passiert ist, wurde mir klar, dass ich jetzt Hilfe von anderen brauche. Dass ich nicht alles alleine schaffe. Und dass ich diese Hilfe mit ganzem Herzen annehmen darf. Es ist mir vielleicht noch nicht zu 100% gelungen, aber in dem Ausmass, zu dem ich dazu bereit war, war und ist es unglaublich erleichternd und schön mich dem einfach hinzugeben.

 

Und mir geht auf: Erst wenn ich wirklich selbstverantwortlich bin, erkenne ich, wann ich etwas von jemandem brauche, was ich brauche – und wann nicht. Ich hatte „brauchen“ an sich schon verteufelt. Das war eine Sackgasse.

 

Bedürftig sein. Hilfe brauchen und annehmen. Das hat es so in sich. Überhaupt, annehmen. Das ist etwas vom Schönsten, Einfachsten und doch Gehaltvollsten, was es gibt.

 

Das ist jetzt sowas von dran! Ich wünsche mir, dass wir das noch viel mehr geniessen lernen. Brauchen. Bekommen. Annehmen. Selbst nichts tun. Keine Gegenleistung erbringen. Bedingungslos da sein zu dürfen.

 

Was für eine Befreiung. Was für ein Ankommen.

Mir schmilzt das Herz.

 

Ich liebe dich.

 

 

Suva