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100% kOnsequent?

Aus der Reihe "spirituelle Missverständnisse" ;) Heute zum Thema Geld. Ein Essay.

 

In letzter Zeit wurde in der "spirituellen Szene" öfter das Thema Geld thematisiert. Es ist für viele ein riesen Thema und die meisten haben tief sitzende Blockaden damit. Meinen sie jedenfalls. Ich zählte mich genau auch zu jenen mit der Geld-Blockade. Zu diesem Schluss gekommen bin ich, weil ich, seit ich denken kann, grundsätzlich eher Mangel auf dem Bankkonto kenne anstatt Fülle und weil ich zB ein riesen Problem damit hatte und habe, Geld ohne Gegenleistung anzunehmen, aber auch, wenn ich es für "spirituelle Dienstleistungen" bekam (allein schon der Begriff, *augenverdreh*). 

Ersters ist Zweifelsohne die Frucht lebenslanger Konditionierung. Zweiteres aber hat bei mir, zumindest auch noch, andere Gründe. Aber dazu später.

 

Ich drehte und wendete also das Problem mit der Geld-Blockade, untersuchte es von allen Seiten, ich machte Übungen und hörte Menschen zu, die "es geschafft" haben und sah das Geld, wie sie mir rieten mal als Schlange und dann wieder als Liebe und dann wieder als Repräsentant für meinen eigenen Selbstwert und und und...

 

Bis ich endlich merkte, dass mich das alles eigentlich nur abartig stresst und fertigmacht ("aha, du hast also einfach zu wenig Selbstwert", "aha, du hast also einfach ein Problem Liebe anzunehmen",....) und mir all der Gugus eigentlich zu doof ist. Ich beschloss, mich erstmal nicht weiter darum zu kümmern. Weil es einfach keinen Spass machte! Und das ist ja überhaupt meine oberste Lebensregel: Stets der höchsten Freude/Energie folgen.

 

 

Ich beschloss, mich erstmal nicht weiter darum zu kümmern.

Weil es einfach keinen Spass machte!

Und das ist ja überhaupt meine oberste Lebensregel:

Stets der höchsten Freude folgen.

 

 

Für mich hatte es sich schon immer am besten angefühlt, für Angebote eine freie Spende zu ermöglichen, aber diese auch nicht zu erwarten, und das, was ich geben will, grundsätzlich als Geschenk zu geben. Diese Energie ist am höchsten, reinsten, kraftvollsten, fliesst am uneingeschränktesten und ist somit auch am wertvollsten. (Getan hab ich es vor allem zu Beginn doch meist nicht, weil ich mich von der Angst überzeugen liess)

 

Schon als Kind machte für mich Geld irgendwie keinen Sinn. Es ist so künstlich! Ok, es war ein Spiel, ja, aber irgendwie auch als solches sinnlos. Als Jugendliche hatte ich dann die Idee oder Vision, dass man doch das Problem von Arm und Reich, von dem alle jammerten, ganz einfach lösen könnte, indem man das Geld einfach wiedermal neu und fair verteilt, was ganz einfach ginge, da Geld ja eben etwas  künstlich erschaffenes ist. Der Gegenwind zu dieser Idee hat mich damals regelrecht umgehauen, mir einige Blessuren verpasst und dafür gesorgt, dass ich meine Meinung zum Thema Geld vorerst tunlichst für mich behielt. Irgendwann führte dieses Tabu dann auch dazu, dass ich das Geldspiel mit bitterem Ernst um Leben und Tod verwechselte, so wie es den allermeisten geht.

Nun ist aber genug gelitten.

 

 

Die Energie des Schenkens ist am höchsten,

reinsten, kraftvollsten, fliesst am uneingeschränktesten

und ist somit auch am wertvollsten.

 

 

Dass die spirituelle Szene einfach ein weiterer Wirtschaftszweig (geworden) ist, bei manchen im Grunde sogar einfach spirituell angemalter Kapitalismus, macht für mich absolut keinen Sinn. Und zwar aus folgenden Gründen:

 

a) Wer spirituell ist und das Neue in die Welt bringen will, oder überhaupt jeder, dem das Geldsystem zum Hals raus hängt, der täte doch gut daran, den Wandel, den er will, selbst zu verkörpern. Nun, ich weiss ja nicht, wie es den anderen geht, aber ich wünsche mir eine Welt, in der Geld überflüssig ist. Also will ich konsequent sein und es auch nicht mehr als DAS einzige Zahlungsmittel voraussetzen. Das "Zahlungsmittel", das wir jetzt "benutzen" können, ist die Liebe selbst. Das Leben selbst. Also eigentlich gar kein Zahlungsmittel mehr ;) Wir können uns komplett davon befreien; von der Last zu meinen, wir müssten für unser Überleben (und gutes Leben!) etwas leisten, uns das Leben verdienen. Dass wir das Leben haben, beweist, dass wir es bereits "verdient" haben, bzw es uns einfach zusteht, sonst hätten wir es doch gar nicht erst geschenkt bekommen.

Und wenn es so ist, dass Liebe sich auch mal in Form von Geld ausdrückt, dann gut. Solange wir aber Geld als einziges MITTEL dieser Liebe oder der Fülle anerkennen, werden wir Geld und all seine kollektiv negativen Begleiterscheinungen nicht loswerden. Geld und neue Erde ist für mich ein Widerspruch in sich. 

 

 

Für den wahren Ausgleich

sorgt immer das Leben selbst.

 

 

b) Es macht keinen Sinn spirituelle Arbeit, Heilung, Befreiung, Hilfe mit einem monetären Wert zu bemessen. Im Gegenteil, es ist immer einschränkend, im schlimmsten Fall entwürdigend. Ich habe das in diesem Text schon ein bisschen behandelt. Wieviel ist denn innerer Friede wert? Wieviel die Lösung einer Situation? Sobald wir einen Wert vorgeben, gibt es viel und wenig, gibt es mehr und weniger, gibt es Beurteilung und somit Trennung. Das sind alles Aspekte des Alten, die wir jetzt nicht mehr brauchen.

 

Für den wahren Ausgleich sorgt immer das Leben selbst; diesen Ausgleich selbst herstellen bzw kontrollieren zu wollen mit unserem beschränkten Bewusstsein, sehe ich als vergebliche Mühe an. Ich empfinde den dazugehörigen Modebegriff "Energie-Ausgleich" als sehr unangenehm, ja fast schon als arrogant. Diesen Ausgleich macht doch das Leben für uns, warum ein Büro aufmachen?!

(Und ist "Energie-Ausgleich" nicht einfach spirituell euphemistisch für "Gegenleistung"?)

 

Und wenn man für etwas doch einen Geldbetrag annehmen will, so finde ich es am schönsten, wenn der Gebende diesen Betrag selbstverantwortlich bestimmt. Weil nicht allein die Dienstleistung den Wert bestimmt, sondern in Wechselwirkung dazu auch die Kapazitäten desjenigen, der sie in Anspruch nehmen möchte.