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❀ für den besserwisser in uns ❀

Liebe Blütenlesende

 

Heute wiedermal ein Viergänger. Lass dir Zeit oder pick dir heraus, was dich anspricht:

 

1. Das Leben ist der grösste Besserwisser. Zu Recht!

2. Bremsen! JAAA!

3. Bremsen? NEEEEIN!

4. Empathie, Lektion 1.

 

 

1. Das Leben, der grösste Besserwisser!

Ist es nicht unfassbar? Das Leben gibt uns immer exakt genau das, was wir brauchen. Das ist so. Immer. In jedem Fall. Wir sehen es nur nicht immer, besonders dann nicht, wenn das, was wir bekommen durch unser Bewertungsraster fällt und als „unangenehm“ oder „schlecht“ taxiert wird.

 

Wir neigen dazu, wenn was ganz Übles passiert, gleich die Flinte ins Korn zu werfen und zu meinen alles sei hin und bleibe immer so.

Dabei sind es einfach Trainingseinheiten für unser Vertrauen.

Die ganze Energie, die wir aufwenden, um uns über „Unangenehmes“ aufzuregen oder gar um Unänderbares ändern zu wollen, könnten wir auch einsetzen um herauszufinden, warum das, was wir bekommen, exakt das ist, was wir brauchen; also: Wie es uns dient. Denn allein die Tatsache, DASS etwas in unserem Leben ist, beweist, dass es da sein MUSS – sonst wäre es ja nicht ;)

 

Das Leben macht keine Fehler.

 

Und wenn wir dann zum Schluss kommen, dass wir das WARUM gar nicht abschliessend wissen können, ist das Training beendet und der Platz wieder frei für die Leichtigkeit.

 

 

2. Bremsen! JAAA!

Die meisten von uns sind sich wohl bewusst, dass es in der schnelllebigen Welt heute wichtiger ist denn je, anzuhalten, innezuhalten, sich immer wieder Räume der Musse zu gönnen - und wir tun das auch. Wie ich aber bei mir und anderen beobachte, geben wir uns trotzdem immer noch zu wenig Pause, oder jedenfalls nicht zur rechten Zeit.

 

Wir haben doch noch meist das Muss zuvorderst im Kopf und das „ja aber“.

 

Wir denken in der Pause doch allzu oft an das, was noch getan werden soll oder wie lange die Pause maximal dauern darf oder wenigstens, wie wir die freie Zeit füllen könnten (anstatt sie einfach wirklich LEER zu lassen).

 

Und wenn der Körper dann Pause einfordert, wenn es uns oder dem Tagesplan grad nicht in den Kram passt, entschieden wir doch zu oft noch wie automatisch, dass es jetzt halt grad nicht gehe. Und verschieben die Pause auf später. Und vergessen sie.

 

So schoben wir auf und auf und auf. Auch und gerade in der Arbeitswelt wird das seit Jahren getan. Es geht immer noch ein bisschen mehr. Man kann aus der Zitrone immer noch ein bisschen mehr rausholen, wenn man nur den Druck noch ein wenig erhöht. Eine Weile schien das zu klappen. Aber jetzt fordern unsere Körper und unsere Seelen alle je aufgeschobenen Pausen ein. Bei vielen von uns hat jetzt der Körper sein Wort gesprochen und uns, die wir es nicht gewagt, nicht geschafft haben innezuhalten, so richtig schön ausgebremst. Durch Unfälle, Verletzungen, Infekte usw oder einfach durch diese unsägliche Müdigkeit die ganze Zeit. Wie dankbar können wir unseren Körpern sein, dass sie uns nicht so hängen lassen, wie wir sie all die Jahre zuvor! Nehmen wir es als Fingerzeig: Die Zeiten des Aufschiebens sind vorbei.

 

Es war uns ja allen klar, dass es nicht immer so weitergehen kann. Nun ist es soweit. Nehmen wir uns die Pause!

 

 

3. Bremsen? NEEEEIN!

Hingegen ein anderes Bremsen will ich aufgeben. Das meine Echtheit Bremsen nämlich! Beobachte dich einmal, kennst du es auch? Nur um anderen nicht auf den Schlips zu treten, nur um anderen nicht ihr Weltbild zu sehr herauszufordern, nur um unser Selbstbild nicht zu gefährden, nur um andere nicht eventuell unter Umständen zu triggern, kurz: Nur um einander zu SCHONEN halten wir uns zurück, halten unser wahres Gesicht zurück, verstecken uns hinter Masken, halten uns klein. AUS und FERTIG damit! Ich sage es gern noch einmal:

 

Schonen ist Schönen ist Lügen.

 

Wir sagen zB „Es geht mir nicht so gut“, dabei ist es uns in Wahrheit ums Sterben. Wir sagen bei einigen Problemen seien wir ganz am Grund angelangt, dabei meinen wir „Ich kann nicht mehr“. Wir sagen „Hey es war schön dich zu sehen“, dabei meinen wir „Ich liebe dich“. Wir sagen „Du, diese Farbe steht dir mega!“, dabei meinen wir, „Mann, du bist so schön!“ Warum nehmen wir so oft ein Blatt vor den Mund? Ich mag das nicht mehr machen. Lasst uns jetzt einfach echt sein!

 

 

4. Empathie, Lektion 1.

Würde man eine Umfrage starten, wer sich alles für empathisch hält, würden wohl 99% der Menschen behaupten, sie seien es.

Dabei wissen, imho, längst nicht alle, was Empathie überhaupt ist. Und das liegt nicht daran, dass es ein Fremdwort ist. Es liegt daran, dass es uns zu echt ist.

 

Wir mögen das Echte nicht, es ist unkontrollierbar. Das Echte kann stinken, hässlich sein, weh tun, Angst machen, uns den Boden unter den Füssen wegziehen. Das Echte geht ans Eingemachte, das Echte ist Gebären, ist Blut, ist Sterben. Aber das Echte ist eben genau auch das, was unsere Herzen berührt, das, was sie erhebt, das, was uns verbindet und das, was uns begeistert.

 

Das Echte ist das Leben selbst.

 

Beispiel Traurigkeit: Wenn dir jemand gegenübersteht und traurig ist, dann ist das kein Zufall. Dann ist diese Traurigkeit ein Geschenk für dich. Es ist kein Zufall, dass die Traurigkeit in dieser Person ausgerechnet hochkommt, wenn du da bist.

 

Empathie heisst nicht, den anderen traurig sein zu lassen, und selbst „stark“ zu bleiben. Das ist Trennung. Empathie heisst, sich von der Traurigkeit des anderen auch berühren zu lassen! Mit dem anderen darin SEIN für eine Weile. Das ist Anteil nehmen. Erst das ist Akzeptanz. Erst dann geschieht menschliche Verbindung von Herz zu Herz, die, nach der wir uns alle so sehnen. Erst dann fühlt sich der Traurige angenommen und gesehen und die Traurigkeit verneigt sich und gibt den Raum frei.

 

Heilung kommt erst, wenn wir alle Gefühle beieinander annehmen als die Geschenke, die sie sind.

 

Hugh.

 

Mit einer Prise tough love

 

Suva

suvasini.ch

 

...echt hat immer recht!

...und schwach setzt stark schachmatt!