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❀ Naturlehre ❀

Liebe Blütenlesende

 

Wir leben in einer orientierungslosen Zeit. Es sieht zwar überhaupt nicht danach aus, denn noch nie zuvor waren uns so viele Gruppierungen, Überzeugungen, Wegweiser, Meinungen und Kurse wie heute zugänglich. Und alle stellen sie uns das gleiche in Aussicht: Das Mittel, die Übungen oder der Glaube, mit dem es uns besser geht. Mit dem wir „es“ endlich schaffen, in den Griff kriegen, glücklich sind...Ich will nicht sagen, dass diese Dinge uns nicht helfen können. Jedoch ziehe ich für mich gern immer öfter einen einfacheren Weg vor:

 

Ich frage die Natur.

 

Sie war immer schon da, sie funktioniert und sie erneuert sich ständig selbst. Irgendwas muss die Natur also gehörig richtig machen die ganze Zeit! Ihr kann ich vertrauen.

 

In ihr herrscht Harmonie, Gleichgewicht, Gesundheit und Frieden. Das, was ich für mich wünsche, ist in der Natur bereits vorhanden. Und was sind wir selbst anderes als Natur? Wozu also woanders suchen?

 

Die Natur hat auf alles eine Antwort. Ob durch Horchen nach innen oder durch Analogie bzw reines Beobachten der Gesetzmässigkeiten in ihr, immer bekommt man eine Antwort. Zudem ist sie einfach immer da, man muss sich nicht anmelden oder ihr hinterher reisen und als Zahlungsmittel akzeptiert sie Liebe und Dankbarkeit – mit Geld muss man ihr gar nicht erst kommen. Man kann in ihr lesen wie in einem allwissenden Buch. Jederzeit. Überall.

 

Ein einfaches Beispiel. Vielleicht quält dich manchmal auch die Frage, ob an dir irgendwas falsch sei. Warum du anders seist als „alle“. Oder warum die Lebenspläne, denen „die meisten“ oder „die anderen“ folgen, für dich nicht funktionieren, warum du in vielem viel zu früh und in einigem offenbar zu spät warst und bist; warum du nicht so funktionierst, wie es offenbar „normal“ wäre usw. Mich haben solche Fragen in meinem Leben jedenfalls bereits viele Stunden lang gequält! Und ein Blick in die Natur brachte die Antwort, auf die ich selbst all die Jahre nie gekommen wäre:

 

In der Natur macht jeder sein Ding. Jeder ist einfach sich selbst. Bei den Pflanzen kann man es gut beobachten. Wenn sie keimen, sieht man ihnen noch nicht an, was sie einmal sein werden. Aber dann beginnen schon die Unterschiede: Es wachsen einige rasant, andere total langsam. Einigen liegt es in der Natur, dass sie bereits nach wenigen Wochen blühen, andere schmücken nur alle drei Jahre einmal Blüten. Einige blühen blau, andere gelb! ☺ Einige tragen auch schon bald Früchte, einige erst nach Jahren. Aber alle Pflanzen sind gebraucht und eine jede bringt ihr Geschenk.

 

Aus keinem Karottensamen ist je eine Tomate gewachsen und aus keiner Heckenrose je ein Mammutbaum. Und niemals wollte die Tomate eine Karotte sein und niemals verbiegt sich der Mammutbaum so sehr, dass er einer Heckenrose ähneln könnte, weil die gerade gefragter sind...auf solch sinnlose Ideen kommt nur der Mensch ;)

 

Keiner in der Natur muss in einem bestimmten Alter entscheiden, was er werden will (oder es sich gar vom Gärtner sagen lassen!), denn es ist von Anfang an klar, was er ist. Und so muss auch keiner sein Leben lang Ausbildungen machen, bei irgendwelchen Leuten, die etwas anderes sind als er, um durch sie dann doch noch irgendwie das zu werden, was er doch bereits vorher war. Jede Pflanze bildet sich von alleine aus. Alles Wachsen, alle Vollendung geschieht von alleine. Jede Ausbildung von aussen verwirrt die Harmonie, die von Anfang an schon in jedem drin war. Ausbildung ist das, was von innen nach aussen tritt. Nicht umgekehrt. Und das geschieht bei jedem in seinem eigenen Tempo.

 

Weder wächst eine Pflanze schneller, wenn man ihr mit dem baldigen Ende der Saison droht, noch kommen die Brombeeren früher, wenn man dem Brombeerstrauch erzählt, die Erdbeeren seien im Fall schon längst fertig, er solle sich bitte mal ein Beispiel nehmen.

 

Im Gegenteil. Wenn du an der Pflanze ziehst, sie drückst und presst und formst, wird sie nur verletzt und wird daraufhin mehr Mühe haben sich gesund zu entfalten.

 

 

Und ganz wichtig: Früchte können erst neue Generationen hervorbringen, wenn sie reif sind.

 

Sie schmecken auch erst richtig gut, wenn sie reif sind, vorher kriegt man Bauchweh davon!

Wuala!

 

 

Take YOUR time.

 

Alles Liebe.

Suva.

 

...Spiritualität ist das, was ist.

 


PS: Und das ist bei mir grad Pause. Deshalb ist Sommerpause auf meinem Blog (gähn) und näxte Woche wohl auch Blütenlesepause, weil Internet- und Elektronik- und Komfortpause. Sobald ich diese Pausen alle durchgekostet habe, pausiere ich mit den Pausen und es ist durchaus auch auszumalen, dass ich darauf aus Spass paar pausbackige Pfaus durchpause.

 

[Pause ist ein unfasslich ulkiges Wort] ☺