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❀ Verzweiflung #2 ❀

Liebe Blütenlesende

 

Heute möchte ich mit dir ein Gespräch teilen, das ich in tiefer Verzweiflung vor zwei Tagen geführt habe. Vielleicht hilft es auch dir, falls du einmal in einer ähnlichen Lage bist.

 

 

Das Gespräch entstand, wie so oft, spontan, ich hatte das so nicht vor, im Gegenteil. Ich war allein und wollte mir einfach ganz für mich selbst meine Probleme von der Seele reden. Ich zeichnete es auf, in der Hoffnung, dass ich alles, es später anhörend, vielleicht etwas klarer würde sehen können. Ja und weil mir reden einfach hilft ;)

 

Unerwartet hat sich dann plötzlich noch „jemand anderes“ in meinen Monolog eingeschaltet:

 

 

 

(niedergeschlagen) Ich möchte einfach glücklich sein...Aber...ich finde es nicht mehr.

 

Ich möchte einfach XY haben. Wie könnte ich meinem Herz nicht trauen, wenn es allein schon bei diesen Worten, bei diesem inneren Bild von XY, tanzt vor Freude.

 

(verzweifelt) Ich verstehe nicht, warum ich genau das, was ich mir so wünsche, einfach nicht haben kann.

 

(lange Pause)

 

Ich muss den freien Willen anderer respektieren...Ja...

Das kostest mich irgendwie alles was ich habe.

 

 

Ist es dir denn so viel wert?

 

(wie aus der Kanone geschossen) Ja! Es ist mir so viel wert!!

 

Dein Glück ist dir also so viel wert, dass du dafür auch so viel leiden magst?

 

Hmm...jetzt bin ich ein bisschen verwirrt... (nachdenkend) Ich möchte das Glück und leide deswegen...

 

Könnte es sein, dass du glaubst, das Glück könne nur durch Leid entstehen?

 

Ja das könnte sein.

Hmm...

Ihr wollt mir also sagen, dass das Glück bedingungslos ist?

 

Ja klar ist es das! ☺

 

(zögerlich, nachdenkend, skeptisch) Ahaaa...

 

(Pause)

 

....ich hab nen riesen Kloss im Hals...

 

Weil du die Wahrheit nicht schlucken willst oder kannst. Weil in deinem Hals sich etwas dagegen sträubt diese Wahrheit aufzunehmen.

 

(längere Pause)

 

(überrascht) Ich habe alles in mir was ich brauche!

 

Ja, das hast du! Weil du uns in dir trägst.

 

Also und wie kann ich denn nun das bedingungslose Glück leben?

 

Indem du vergisst, dass du glücklich sein willst oder musst.

 

Indem du alles vergisst, was du glaubst zu brauchen; alles, wovon du glaubst, dass es dir fehlt; alles, wovon du glaubst, dass es dich glücklich machen würde.

 

Vergiss alles. Nimm alle diese Wege zum Glück einfach weg. Und dann stehst du auf pfadlosem Boden und siehst, dass das Glück überall ist. Es ist bereits da! Und wenn du dich auf irgendeinen Weg machst um es zu finden, verlässt du es gewissermassen, weil du missachtest, dass es schon am Anfang da war. Weil du deinen Blick verengst auf das Ziel. Wie mit Scheuklappen gehst du dann auf deinem Weg. Blind für die Geschenke, die jetzt hier sind. Egal, wie gross oder klein sie sein mögen. Wie zart oder heftig sie sein mögen.

 

Vergiss dein Glück.

 

Schau wieder genau in deiner nächsten Umgebung. Schau wieder genau in diesem Moment. Schau danach, was da ist. Anstatt nach dem, was gerade nicht in Sicht ist.

Du musst nichts tun. Du darfst geniessen, einfach nur geniessen. All die Geschenke sind für dich. Halte Ausschau nach all den Geschenken, die in jedem Moment dir zu Füssen liegen.

 

Wieso bringt ihr mich immer so in die Verzweiflung, bis ich wieder, als letzte Instanz, mich an euch wende?

 

Wir wünschen uns, dass du dich IMMER an uns wendest. Egal ob du verzweifelt bist oder nicht. Wie du geschrieben hast, kommt die Verzweiflung daher, dass du dich, lange vorher schon jeweils von uns entzweit hast und denkst du könnest das Glück ohne uns erleben. Doch diese Art von Glück bleibt immer oberflächlich, wird dich wenig erfüllen, kann dich nicht erfüllen, denn es ist Glück, das gewissermassen von aussen kommt, vom Kopf her, aus Vorstellungen aus toten Konstrukten. Und so sind es nicht wir, die dich in die Verzweiflung stürzen, sondern eigentlich tatsächlich du selbst, indem du dich entscheidest, du könnest das alles jetzt allein. Anfangs ist der Abstand noch nicht all zu gross und es ist ein subtiles sich Entfernen. Aber irgendwann hast du dich so weit entfernt, dass wir ausserhalb deines Blickfelds liegen. Aus den Augen aus dem Sinn. Dann plötzlich fühlst du dich so verloren, so allein gelassen. Aber wir haben dich nie alleingelassen. Nur du hast dich von uns entfernt.

 

Es geht um diese Unabhängigkeit, ja? Um Hybris.

 

Ja genau darum geht es. Du darfst sie wählen, du bist frei. Aber findest du es denn dann angemessen, wenn du uns vorwirfst wir hätten dich verlassen, wenn doch du es warst, die die Unabhängigkeit wollte?

 

Ich fühle mich so verloren.

 

Nutze die freie Zeit um die Verbindung mit uns zu stärken. Und darin sesshaft zu werden. Lass diese Verbindung dein zu Hause sein. Dann ist es egal wo du bist. Du wirst dich immer wohl fühlen, immer willkommen.

 

Das kann ich mir fast nicht vorstellen... :(

 

Probier es aus :)

 

Ich fühle mich dermassen nicht geliebt.

 

Du schneidest dich selbst von der Liebe ab, wenn du denkst, du müssest die Liebe selber machen oder dir selber geben. Es ist niemals deine eigene Liebe, die du dir da gibst. Wenn es deine eigene ist, ist sie immer begrenzt und wird versanden. Und du wirst Mangel erleben. Denn so IST es. Du allein als unabhängiger Mensch, der du sein wolltest, bist erschöpflich. Du möchtest ewig und unerschöpflich Liebe bekommen, Liebe fühlen, aber denkst immer noch du müssest es selber tun. Das kannst du nicht. Du bist nicht die Quelle. Jedenfalls ganz sicher nicht mit deinem Ego, das sich einbildet zu wissen, wie man Glück herstellt ;)

 

Du bist nicht die Quelle. Aber du kannst dich wieder mit ihr verbinden.

 

Was übrigens gerade aus Versehen ganz nebenbei geschehen ist ;)

 

 

 

Alles Liebe

Suva

 

...(ich denke, dass Gott Pluralis Majestatis benutzt, ist angemessen ☺)