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Göttliche Lust

 

(follow-up zur Blütenlese "Selbstbefriedigung")

Noch ein paar Worte für alle, die gern noch etwas mehr zu der vielleicht bekanntesten aller Selbstbefriedigungen lesen wollten. Aber wie schon der Ursprungstext, lässt sich auch das Folgende auf jede Art von Lustbefriedigung anwenden.

 

Einfach seine Lust befriedigen, das ist nicht Liebe. Sich Liebe schenken, das ist Liebe.

 

Den Körper zu reinem Lustgewinn zu benutzen, ist nichts anderes als eben genau das: ein Benutzen; ein Ausnutzen, ein Missbrauch. Es degradiert unseren hochintelligenten, göttlichen Tempel, unsere lebendige Wohnung zum seelenlosen Gegenstand. Und so behandeln wir dann auch unsere Partner, auch wenn wir es Liebe nennen und uns vehement gegen eine Feststellungen wie oben verteidigen. Jedoch etwas einfach lang genug Liebe zu nennen, macht es noch lange nicht zu Liebe.

 

Wer die tiefe Trauer nach einem sogenannten Liebesakt kennt, möge wissen, sie rührt daher, dass wir nicht im reinen Geben zu verbleiben vermochten, sondern in den unbewussten Missbrauch abgerutscht sind. Unser Herz ist traurig den anderen und uns selbst missbraucht zu haben. Diese Trauer kommt aus unseren tiefsten Tiefen, von der Seele, die einfach nur lieben möchte, heisst: Reine, göttliche Liebe verschenken zum Wohle aller Beteiligten.

 

Die "alte" Liebe läuft eher nach dem Motto: Ich lasse mich missbrauchen, dafür darf ich auch dich missbrauchen...

 

Dem Lustgewinn nachjagen ist keine Liebe. Diese Art von Lust kommt durch Härte zu Stande, durch Ungeduld, Unersättlichkeit, Gier, Minderwertigkeitsgefühle usw und fördert ebendiese destruktiven Regungen noch weiter, wodurch wir die Anbindung an unser Selbst immer mehr verlieren.

 

Man muss sehr wachsam sein, wenn diese eine Stimme in unserem Kopf uns zB. weismachen will „wir sollten uns doch auch mal was gönnen“ (besonders bei Naschereien ☺) - sie will uns als (Selbst)Liebe verkaufen, was in Wahrheit einem ganz anderen Zweck dient.

 

Aber keine Angst: Lust ist kein Widerspruch zu wahrer Liebe! Oh nein, im Gegenteil! Je mehr wahre Liebe, desto höher die Lust. Zarte, dankbare Lust, Lust voller Liebe eben. Diese Lust ist rein, unschuldig, göttlich und so unvorstellbar köstlich und nährend, dass wir uns erst wieder daran gewöhnen müssen. Sie findet sich eher im Kleinen, Stillen, Unscheinbaren, als im Pompösen, Lauten, Schrillen. Und im Unterschied zur anderen Lust, verliert man darin auch den Kontakt zu sich selbst nicht, sondern kommt sich im Gegenteil selbst immer näher.

 

 

Und nochwas: Diese Texte sind nicht dazu gedacht, Schuldgefühle zu generieren. Nein, wie ich geschrieben habe: Alles, was aus höchster Freude geschieht, entspringt der Liebe und dient ihr gleichzeitig. Also egal was man tut, wenn es uns gelingt, es mit wahrer Liebe zu tun, transformiert es sich dadurch selbst und nimmt eine göttliche Qualität an.

 

Viel Liebe und Lust bei allem was ihr tut!