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❀ Klimaerwärmung ❀

 

Liebe Blütenlesende

 

 

Meinung. Plädoyer. Einladung zum Selberdenken.

 

Hier, auf gut 900 M.ü.M wurde es die letzten Tage 33° heiss. Die Leute sagen, das gab es noch nie. Ich begann mich zu wundern, warum es denn tatsächlich immer heisser und trockener wird, liess nachdenkend meinen Blick über die Hügel schweifen, als ich es plötzlich sah:

Überall waren die Bauern am Heuen und alsbald es eingeholt war, blieben kahle Hügel mit militärischem Borstenschnitt zurück, deren Farbe bereits am nächsten Tag näher an allen möglichen Braun- als an satten Grüntönen war, wie noch am Tag zuvor.

 

 

Mir wurde klar: Indem wir der Erde wiederholt ihren Bewuchs abmähen, trocknet sie immer mehr aus. Was in Ruhe gelassen so genial funktionieren würde, wird an einem Nachmittag in ein paar Stunden zunichte gemacht. Jahr für Jahr. Zum Teil mehrfach pro Saison.

Guckt man der Natur über die Schultern, erkennt man, dass in natürlichen Verhältnissen niemals eine Fläche unbewachsen bleibt – überall wächst etwas und das hat seine Gründe: Unter anderem beschattet der dichte Bewuchs die Erde. Dadurch kann der Boden Feuchtigkeit lange speichern und grün, fruchtbar und lebendig bleiben, auch wenn es einmal länger nicht regnet.

 

 

Ich habe diese jämmerlich zugerichteten Hügel und Wiesen betroffen betrachtet und mich in Mutter Erde eingefühlt. Welchen Effort sie nun wieder bringen muss, um auf diesen Matten das Leben erneut spriessen zu lassen. Und das in einem so heissen Sommer!
Die Blumen schafft sie aber nicht mehr wiederherzustellen wie davor - viele haben ihre Blütezeit zu Beginn des Sommers und würden auch lange noch blühend stehenbleiben. Einmal abgemäht, ist es aber vorbei mit damit.

 

Dabei wäre vorher alles so perfekt gemacht gewesen. In der Zeit der Kahlheit jedoch, vor allem, wenn es so heiss ist und es nicht direkt danach viel Regen gibt, verliert die Erde dort sehr viel Wasser – ihr Blut, ihr, und unser!, Lebenssaft.

 

Was wir da unhinterfragt seit Generationen tun, ver-wüstet unsere Erde. Durch das Abmähen vertrocknet die Erde. Dass es dadurch immer heisser und trockener wird, ist einleuchtend.

 

[Und die Heuet ist ja längst nicht das Einzige... An all die umgegrabenen Gross-Äcker, die zu Beginn der Saison, oder manchmal gar über den ganzen Winter hinweg nackt daliegen, mag ich gar nicht denken... Zudem wird die Erde durch Ackerbau, bei dem  dem Boden alles "produzierte" organische Material entzogen und nichts zurückgegeben wird, auch noch immer leerer. Die Erde wird ausgezehrt, irgendwann bleibt - logo - nur noch Sand.* ]

 

 

Aber warum werden denn die Hügel überhaupt immer wieder kahlgemäht? Warum nehmen etliche Bauern während mehrerer Tage und Wochen diese unendlich anstrengende und für die Gesundheit fragwürdige Arbeit in der sengenden Mittagssommerhitze auf sich?

 

Nur, weil es dafür Beiträge gibt? Nur, um Heu für die Kühe zu gewinnen?

 

Für Kühe, die gehalten werden, um sie schlachten zu können und ihr Fleisch zu verkaufen?!

 

 

Würde man stattdessen naturnah Getreide oder Gemüse anbauen, bliebe die Erde bedeckt und der gleich grosse Fleck würde damit weit mehr Menschen ernähren, als mit dem Fleisch, das u.a. mit Hilfe dieses kleinen Bisschens Heus „produziert“ werden kann.

 

Und auf den steilen Hügeln könnte man es getrost einfach wachsen lassen.

 

Die Blumen hätten wieder Zeit zum Blühen, die Schmetterlinge und Bienen wieder Futter und der Mensch wieder Musse, um sich an diesem prachtvollen Schauspiel zu erfreuen.

 

Stattdessen grüne, und momentan eben eher braune Einöde weit und breit...

 

 

Am heissen Sonntagabend dann riecht es aus allen Himmelsrichtungen nach Grill. Die Leute wollen sich nach all dieser – tatsächlich überaus - harten Arbeit, eben was gönnen...

 

Ist ihnen nicht klar, dass sie so viel weniger Arbeit hätten, wenn sie einfach auf vegetarische Kost (in der Produktion und im Speiseplan!) umstellen würden?

 

Ich raffe es einfach nicht.

 

 

 

Soviel zum Land.

 

In der Stadt ist es aber nicht besser. Abgesehen davon, dass das Land derart behandelt wird, um auch und besonders die Fleischgier der Städter zu bedienen, ist in der Stadt die Erde so zubetoniert, dass sie kaum noch irgendwo atmen kann.

Wenn man sich vorstellt, man würde das gleiche mit dem Körper eines Menschen machen...er würde beginnen zu schwitzen, zu wenig Luft zu bekommen, hyperventilieren vielleicht. Seine Haut könnte ihren Job nicht mehr tun.

 

Es ist naheliegend, dass sich in einem Körper, dessen Haut man luftdicht verpackt, die Temperatur erhöht und es wohl auch noch zu weiteren, unangenehmen bis ernsthaft gefährlichen Folgereaktionen kommt. Klimaerwärmung eben.

 

 

Auch in der Stadt riecht es am ganzen Wochenende an jeder Ecke nach Gegrilltem. Gedankenlos knallen die Leute sich ihr Stück Fleisch auf den Grill, viele Tag für Tag in dieser langanhaltenden Schönwetterperiode. Vielleicht fachsimpeln sie dabei auch über die Klimaerwärmung und jeder weiss besser, wer oder was Schuld daran hat.

 

Dass die Klimaerwärmung auf unseren eigenen Tellern beginnt,...wie könnte man es ihnen bloss verklickern?

 

 

Alles Liebe.

Suva

 

 

...“Ich bin sowohl Vegetarier als auch Antialkoholiker, weil ich so besseren Gebrauch von meinem Gehirn machen kann“ (Thomas Edison)

 

 

* Und wenn, wie heutzutage üblich, danach Kunstdünger in die Erde gegeben wird, scheint das eine kurzfristige Lösung zu sein, beschleunigt und verschlimmert in Wahrheit aber den Prozess der Verwüstung und Ausbeutung nur noch. Kunstdünger stört das Bodenleben massiv, wenn es es nicht gleich auslöscht, und zu seiner Herstellung wird Massenhaft Energie und Wasser verbraucht.

 

NACHTRAG 11.7.19:
Jetzt schau mal einer an. Diese neue Studie der ETH ist wohl nur eine von vielen, die zum Thema Klimawandel gemacht werden und zentnerweise Geld und vor allem Zeit kosten. Ich bin ja froh, dass sie nach monatelangen Forschungen auf ähnliche Resultate kommen, frage mich aber dann jeweils wirklich, warum das immer sein muss, wo man statt so lange zu rechnen doch einfach mal ein bisschen selber denken könnte...?