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Sein: eine Anleitung

 

Ein unmöglicher Titel eigentlich ;) Aber trotzdem notwendig...denn ich sehe so viele, die zwar lebendig herumlaufen, aber doch nicht SIND...und ich sehe an mir selbst, wie klebrig das Alte ist und wie man leicht immer wieder da hineinfällt.

 

Also.

 

Wie schon gesagt: Das Sein muss an erster Stelle stehen.

 

Das ist ganz konkret gemeint.

 

In unseren Leben müssen wir das Sein an erste Stelle setzen. Auch zeitlich!

 

 

Wie ist das zu verstehen?

 

Nun ja, wie ist es bei den meisten Menschen aktuell? Wenn wir am Morgen aufstehen, vielleicht geweckt durch den Wecker, der zu exakt der Zeit klingelt, damit wir rechtzeitig bei der Arbeit landen... Ist da nicht alles auf das Tun ausgerichtet? Auf Ziele?

 

Das Sein hat also schon vom morgendlichen Erwachen an keinen Platz. Und so ist es dann auch im Verlauf des Tages schwerer es wieder zu finden.

 

Darum muss eben das Sein schon von Beginn weg an erster Stelle sehen.

 

Am Morgen zuerst dem Sein Raum geben. Der Stille. Dem Spüren. Dem Atmen. Dem einfach Dasein. Man kann es Meditation nennen, wenn man will. Man kann auch meditieren, wenn man will und wenn es eine nicht-mentale Meditation ist (gar nicht so einfach! ;)).

 

 

Wenn es gelingt, dass wir am Morgen als Erstes ins Sein eintauchen, dann können wir das Wunder des Lebens jeden Tag erleben. Dann können wir einfach zusehen, dabei sein, erleben, wie sich alles (aus dem scheinbaren Nichts!) entfaltet. Ja auch mit uns. Nicht nur um uns herum. Nicht nur in der Natur. Ja, dann können wir erkennen, dass die Natur eben nicht von uns getrennt ist, wie diese Aussage („nicht nur in der Natur“) soeben nahelegte, sondern dass es diese Trennung gar nicht gibt und die Natur daher auch in uns wirkt, ja wir sie SIND. Dass sie sich auch in und durch uns entfalten will und dass etwas durch uns in die Welt kommen kann und will, ohne, dass wir uns dafür anstrengen, zwingen, verbiegen und stressen. Ohne Müssen. Ohne Kontrolle. Als reinstes Geschenk für uns und alle und alles.

 

 

Und wir können beginnen zu erkennen, dass das, was da kommen will so viel grösser ist, so viel genialer und weitreichender und perfekter getimet als alles, was wir je durch Anstrengung, Planung und Vorausdenken erreichen könnten.

 

 

Wir können also einfach dabei sein und zusehen, was passiert. Natürlich wird auch mal Handlung passieren. Aber sie wird nicht gemacht, nicht hergestellt. Sie passiert einfach durch uns. Ganz mühelos und freudvoll.

 

Wie das gehen soll?

 

Wenn du es mal erlebt hast, weisst du genau was ich meine.

Und du hast es bestimmt schon erlebt!

 

In den Ferien vielleicht, oder beim Reisen, wenn du einfach loslässt und fliesst, wenn es keine (fremdbestimmten) Termine gibt, wenn du einfach nur am entdecken und beobachten bist; oder beim Sport, wenn du dich völlig im Rennen vergisst zum Beispiel; oder beim Singen, Tanzen, Spielen, Malen, Gärtnern, Kreativsein... Das sind diese Momente, die man oft auch „flow“ nennt. Denn eben, diese Art des Erlebens ist ein Fliessen. Nicht ein abgehacktes, einem künstlichen Stundenplan folgendes Erledigen von Dingen.

 

 

Und nun der Jackpot: Flow ist unser natürliches Sein. Es ist nicht nur in diesen eher raren Momenten des Reisens, Tanzens oder Sportmachens möglich. Es ist im Grunde immer möglich. Und es will im Grunde immer so sein.

 

Flow erleben wir, wenn wir in Kongruenz kommen mit dem, was und wie wir in diesem Moment sind. Kein Verlangen nach etwas, kein Weghabenwollen von etwas. Einfach das, was ist. Das ist Harmonie.

 

Und genau an jener mangelt es doch so vielen von uns die meiste Zeit. Deshalb eben tun wir gut daran, das Sein täglich zu „üben“, bzw eher: das Alte zu ent-üben, welches uns bereits so sehr in den Zellen steckt, dass es sich automatisiert hat.

 

 

Stelle das Sein an erste Stelle und lass zu dass es dich mitschwemmt.