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❀ Innenpolitik ❀

Liebe Blütenlesende

 

 

Viele von uns haben sowas wie einen eingebauten Drang oder fühlen den Ruf danach die Welt zu verbessern, ja gar zu retten. Das ist genial und wenn wir diesen Ruf vernehmen, ist es auch unsere Berufung dazu unseren Teil beizutragen.

 

 

Wir wollen dabei aber sehr achtsam vorgehen. Das heisst: Vorsicht vor den Versuchungen der alten Welt :)

 

 

Aus dem alten Bewusstsein heraus erscheint es uns logischer, naheliegender und verspricht den schnelleren Erfolg, wenn wir uns im Aussen betätigen, wenn wir im Aussen Veränderungen durchbringen wollen und unsere Energie vollkommen und in erster Linie darauf richten. Der Haken daran ist: Die Konzentration auf die äussere Welt führt leicht dazu, dass wir unser Inneres hinten anstellen, vernachlässigen oder unsere Beschäftigung damit gar ganz aufgeben. Und das ist nicht nur für uns selbst schade bis schädlich!* Denn wenn wir uns selbst nicht befreien, halten wir unsere Mitmenschen gleichermassen gefangen.

 

 

Es ist sehr aufwändig und kräftezehrend im Aussen etwas verbessern zu wollen. Das beste Beispiel dafür ist die Politik. „Alle“ oder jedenfalls eine Mehrheit von Menschen über Diskussionen, Reden und „Werbung“ von einer Meinung zu überzeugen, ist ein riesen Krampf. Dass wir die Entscheidungsfindung in unserem politischen System Wahl- oder AbstimmungsKAMPF nennen, trifft den Nagel wirklich sehr gut auf den Kopf.

 

Dass es so ein K(r)ampf ist, hat aber wohl auch damit zu tun, dass die zu erreichenden Dinge oft nicht wirklich zum höchsten Wohl allen Lebens sind.

 

Wären sie es, so könnten wir uns zurücklehnen und anstelle eines Kampfs einfach eine grosse Entspannung anzetteln. Das Grosse Ganze gibt uns dann nämlich sofort Rückenwind. Egal ob wir einen berühmten Kopf haben oder nicht und egal ob wir uns offiziell auf der politischen Bühne bewegen oder nicht.**

 

 

Wählen wir für unsere „politische“ Aktivität Ziele, die dem göttlichen Plan entsprechen, so kommen wir richtig schnell voran. Und wir bewirken am meisten, wenn wir das „zu Erreichende“ einfach in uns selbst verwirklichen.

 

Es ist tatsächlich die Arbeit an unserem Inneren, welche oft die schnellste, und immer die nachhaltigste Veränderung auch im Aussen bewirkt.

 

Eine Verbesserung im Aussen zu erreichen, ohne die entsprechenden Einsichten auch im Innen gewonnen zu haben, wird nie eine Veränderung von Dauer nach sich ziehen können.

 

Das, was wir heute unter Politik verstehen, ist nicht nur ein Theater, sondern – wie das „echte“ Theater – einfach eine Art Freizeitvergnügen, das uns von den wirklich wichtigen Dingen ablenkt. Wer sich im Aussen zu sehr engagiert, läuft Gefahr, sich darin zu verzetteln und keine Zeit und Musse mehr dafür zu haben, sich mit dem wirklich Wichtigen, dem Inneren zu beschäftigen.

 

Wenn es bei den Menschen umgekehrt ist, wenn sie so vom Innen eingenommen sind, wie sie es heute noch meistens vom Aussen sind, dann wird es keine Politik im herkömmlichen Sinn mehr brauchen.

 

Dann kommt Politik von innen heraus und die äusseren Dinge regeln sich mühelos von selbst.

 

 

 

Alles Liebe.

Suva

 

 

* Man beachte, dass das Adjektiv „schade“ vom Verb „schaden“ kommt, also im Grunde eine viel stärkere Bedeutung hat, als es uns heutzutage gemeinhin bewusst ist. Dass wir „schade“ in seiner Bedeutung derart verharmlost haben, mag tatsächlich nur schade im herkömmlichen Sinn sein. Die oben beschriebene Verhaltensweise jedoch erachte ich wirklich als schade im Sinne von schädlich.

 

** Und ja, auch dieser Ausdruck verrät viel über die Wahrheit: Politik, wie sie in der Öffentlichkeit betrieben wird ist nichts als Theater, eine Show. In Wahrheit kann jeder einzelne viel nachhaltiger und effektiver „Politik“ betreiben, jeder kann und sollte seinen Teil zur Verbesserung des Ganzen beitragen, indem er bei sich beginnt. Wir brauchen dafür keine Hampelmänner, die in irgendwelchen Versammlungen „unseren Willen vertreten“, während wir uns weiterhin fröhlich von uns selbst ablenken.